Cueing

5 cueing-fehler, die selbst erfahrene trainer:innen machen.

Von Marie Wernicke · 20. Februar 2026 · 6 Min. Lesezeit

Cueing ist Kunst und Wissenschaft zugleich. Die besten Trainer:innen wissen: Ein einziges Bild kann mehr bewirken als fünf anatomische Erklärungen. Aber schlechtes Cueing kann Bewegung verhindern statt ermöglichen — manchmal ohne dass du es merkst.

Fehler 1: Zu viel auf einmal

„Zieh den Bauch ein, halte die Schultern unten, strecke das Bein lang, atme aus und drehe den Blick nach oben." Niemand kann fünf Anweisungen gleichzeitig verarbeiten. Wähle einen Fokus pro Übung — und halte dich daran.

Fehler 2: Anatomische Sprache statt Erfahrungssprache

„Aktiviere den M. transversus abdominis" bewirkt in den meisten Gruppen gar nichts. „Stell dir vor, du ziehst einen Reißverschluss von der Hüfte zur Rippe" hingegen schafft eine innere Bewegung — auch ohne Anatomie-Studium.

„Cueing ist Kommunikation, keine Vorlesung."

Die Lösung: Erfahrungsbasierte Bilder

Frage dich: Was soll die Person fühlen? Baue dein Cue um diese Empfindung herum. Taktile, räumliche und metaphorische Cues erreichen dort, wo verbale Anweisung versagt.

Fehler 3: Immer dieselben Formulierungen

„Bauch rein" ist der meistgebrauchte Pilates-Cue — und der am meisten missverstandene. Wenn du immer dieselben Worte verwendest, hören deine Teilnehmer:innen irgendwann weg. Variiere. Überrasche. Halte die Aufmerksamkeit lebendig.

  • Statt „Bauch rein": „Schaff Raum zwischen Rippen und Hüfte"
  • Statt „Schultern runter": „Lass die Schulterblätter in deinen Rücken schmelzen"
  • Statt „Atme aus": „Schick den Atem durch den Rücken hinaus"

Fehler 4: Cues ohne Timing

Der beste Cue zur falschen Zeit wirkt nicht. Gib dein Cue im richtigen Moment der Bewegung — idealerweise kurz bevor die Aktion passiert, nicht mitten darin. Dein Gehirn braucht Zeit, um Sprache in Bewegung zu übersetzen.

Fehler 5: Kein Feedback nach dem Cue

Du gibst einen Cue — und schaust dann schon zur nächsten Person. Beobachte stattdessen, ob dein Cue wirkt. Hat sich etwas verändert? Wenn nicht, braucht es einen anderen Ansatz — nicht denselben Cue lauter.

Gutes Cueing ist ein Handwerk, das nie fertig gelernt ist. Mit jedem Cue lernst du etwas über deine Gruppe — und über dich als Trainer:in.

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Autorin

Marie Wernicke

Zertifizierte Pilates-Trainerin mit Leidenschaft für Methodik und evidenzbasiertes Unterrichten.

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